Jesus – Das Buch
27. Dezember 2008, 14:53 Uhr, Bücher
Ich hab’s im Sommer gelesen, aber eigentlich passt es viel besser in die jetzige Zeit: Rudolf Bultmanns Buch »Jesus«, eine Analyse der Verkündigung von Jesus Christus.
Es ist kein christlich-religiöses Handbuch, wie es der Titel zunächst vermuten lässt, es geht nicht um Jesus als Sohn Gottes, Heiliger Geist oder als Gott selbst, oder was auch immer die (Heilige) Dreifaltigkeit beschreiben zu versucht. Es ist ein höchst wissenschaftliches und abstraktes Buch über die Philosophie Jesus Christus’ und dessen Beziehung zu Gott. Oder noch genauer: sein Verständnis von Glauben und was es bedeutet Gott zu dienen. Oder noch genauer: was Bultmann selbst meint, wie Jesus in diesen Dingen gedacht hat.
Und Bultmann hat es wirklich gut getroffen.
Man könnte kritisieren, das Bultmann sich gerne die Quellen so zurecht schiebt, dass sie in sein Konzept passen. Unbequeme Quelle, werden gerne als (Ver-)Fälschungen abgetan und passende Quellen, als authentische Originale verehrt. Vielleicht hat er damit recht. Aber letztendlich ist es belanglos, ob er wirklich Jesus’ Gedanken erkannt hat und beschreibt. Auch wenn nicht, hat er ein verdammt treffendes Bild davon gezeichnet, was Glaube in seiner absoluten letztendlichen Endgültigkeit bedeutet.
Und das ist definitiv kein Ponnyhof.

