kai 'oswald' seidler (blog)
9. März

Kraftwerk mit Herz: Jean Michel Jarre in Berlin

9. March 2010, 12:21 Uhr, Berlin, Musik

Am Freitag durfte ich mich ja höchst glücklich schätzen und das Jean Michel Jarre Konzert hier in Berlin besuchen. Eine Legende meiner Jugend.

Natürlich ist die Musik nicht wirklich partytauglich und so war es auch ganz entgegenkommend, dass das Publikum auf Stühle gesetzt wurde. Hatte wahrscheinlich auch humanitäre Gründe, da sich die Mehrheit des Publikums sicherlich noch gut an Schwarzweiß-Fernsehen erinnern konnte.

Aber JMJ – mit seinen 61 Jahren auch nicht mehr der jüngste – hat mit seinen hauptsächlich noch analogen Synthesizern so richtig die Bude gerockt. Ein großartiger Gegenpol zu der Kälte und synthetischen Sauberkeit vergleichbarer Vertreter der elektronischen Musik. Ein Kraftwerk mit Herz.

jarre.jpg
Schon lange nicht mehr so viel Laser gesehen.

Jetzt fehlt eigentlich nur noch Mike Oldfield.

2 Kommentare


bigtone
11.3.10 20:19

ich weiss ja nicht, wie das in berlin war, aber ich war in stuttgart. als fan der ersten stunde, und jemand, der jarre zuvor schon live erlebt hat muss ich sagen:
ich kann verschmerzen, dass jarre auf der bühne rumhopft wie ein 20er auf speed, ich kann verschmerzen, dass die show eher durschnittlich war, auch wenn ein paar laser schon nette effekte abgeliefert haben, ABER:
wenn jemand auf ein konzert geht, bei dem es vornehmlich um guten sound geht (dafür steht ja jarre: klang erlebnis pur), dann erwartet er mit sicherheit nicht annähernd so etwas. ich sollte fair sein, ich weiss ja nicht, ob der engineer/mixer wirklich die einzelsignale von der bühne bekommen hat, oder vielleicht mit kompletten submixes zu tun hatte, dann kann er ja nicht viel machen, aber wenn er die einzelsignale von jedem instrument auf dem pult hatte (wie das eigentlich sein muss), würde ich den engineer/mixer, der das gemischt hat, sofort entlassen. punkt. der sound war unter aller sau. sicher, die porsche arena ist sicherlich nicht besonders einfach in den griff zu kriegen, soundmässig, aber was da ablief, spottet echt jeder beschreibung. ich bin in der 20sten reihe gesessen, im hinteren viertel des flachen areals, kurz vor dem foh mixer (schätzingsweise 60.70 meter von der bühne entfernt, also ziemlich weit hinten), und mir haben die mitten aus dem line array system aufwärs von 1khz die birne zersäbelt. wie muss das wohl für die in den vordersten reihen gewesen sein??? ich bin extreme lautstärken in konzerten gewohnt, bin selbst jemand, der eher aufdreht, aber dann _muss_ es gut klingen, sonst tuts weh. fazit: es war erstens viel zu laut (und wenn ich das sge, dann heisst das schon was), und zweitens extrem schmerzhaft gemischt. so sehr ich jarre mag, aber dieses konzert hat meiner meinung nach absolut _nichts_ mit dem zu tun, was man bei einem jarre konzert eigentlich erwartet: einen sphärischen klang-ausflug in eine andere dimension. wirklich enttäuschend.
der einzige lichtblick waren die alten, analogen instrumente. wann bekommt man schon mal 6 (!) eminent 310 auf einmal zu sehen?



Ulf Starke
12.3.10 17:12

Erstens heißt es, “… ich h a b e in der 20. Reihe gesessen…´´ ; man sagt ja auch nicht `Ich habe zum Konzert gegangen, sondern ich
bin …´ !!
Zweitens ist ein Indoor-Act mit Jarre aus 61 m Entfernung indiskutabel.
Drittens ist das Berliner Publikum in allen Ecken der Schmeling-Halle
voll auf seine Kosten gekommen (ggf. sollte man in Stuttgart nicht mehr diese Halle vermieten !?).
Viertens sind viele meiner Zeugen der Meinung, dass es schon er-
staunlich genug ist, wenn sich Jarre (sonst vor Millionen bei OpenAirs;
siehe diverse DVDs !!!) überhaupt noch in Hallen wagt.


Leave a Reply

 

oswaldism.deblog.oswaldism.degallery.oswaldism.de